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Gedankenmeer – gedankenleer

Im Alltag kreisen meistens die Gedanken immer und immer wieder um die gleichen Themen – man hat oft das Gefühl sie sind ein selbstständiger Kreislauf, den man nicht mitbestimmen kann. So fühlen sich viele Menschen ohnmächtig und innerlich rastlos.

In der Meditation geht es nicht darum, alle Gedanken wegzuschieben oder wegzusperren. „Lass deine Gedanken einfach weiterziehen…“ Das hört sich manchmal so einfach an… meist ist der nächste Gedanke aber schon schneller wieder da, als der erste weggezogen.

Zunächst geht es also darum die eigenen Gedanken zu erkennen und erforschen und sich mit ihnen anzufreunden. Im zweiten Schritt kann man dann erlernen, leere Gedanken zu erzeugen. Bildlich gesprochen: Man stellt sich eine Gedankenblase vor (siehe Abbildung). Langsam lässt man den Text in der Blase verblassen und schließlich verschwinden. Manchmal zerplatzt sogar eine Blase unvermutet.

Übrigens: In bestimmten Meditationstechniken, sind Gedanken sogar förderlich. Jene Gedanken nämlich, die mit dem Alltag nichts zu tun haben – entweder bewusst gedacht werden oder auch durch Inspiration entstehen.

 

Leere Gedanken

Man kann nicht falsch meditieren

Stimmt diese Aussage wirklich – wir meinen „JA!“. Alleine die Haltung meditieren zu wollen, sich Zeit dafür zu nehmen und sich dann auch bewusst in Meditationshaltung zu begeben, bedeutet einen Ausstieg aus dem Alltag. Und dies alleine kann schon beruhigend und selbsterkennend wirken. Kreisen meine Gedanken während der Meditation und bin ich im Gefühlswirrwarr, habe das Gefühl mich nicht im Griff zu haben – dennoch ich sitze still und atme durch – ich bin nicht im alltäglichen Handeln und agiere nicht. Das alleine bedeutet schon Meditation. Falsch meditieren kann man demnach nur, wenn man gar nicht meditiert.

Hundmeditiert

Selbst-Bewusstsein – Meditation als Weg zu mehr Selbstbewusstsein

Meditation könnte man auch als Innenschau bezeichnen. Man lernt sich auf bestimmten Ebenen selbst zu beobachten und wahrzunehmen. Z.B. auf der Ebene des Körpers. Den eigenen Körper und dessen Befindlichkeiten von innen heraus zu spüren, bezeichnet man auch als Körperwahrnehmung. Ein Teil der Meditation ist ein Training dieser auf körperliche Prozesse gerichteten Tiefensensibilität – zum Beispiel übt man das Wahrnehmen der eigenen Atmung. Aber auch andere Bereiche oder Körperfunktionen (z.B. der Herzschlag) können in der Meditation intensiv gespürt werden. Die körperliche Innenschau empfiehlt sich vor allem als Einstieg in eine Meditation. So können Spannungen vom Alltag schon zu Beginn der Meditation wahrgenommen und vielleicht sogar losgelassen werden.
Wesentlich ist auch, dass der Körper – im Gegensatz zu den Gedanken – nicht in der Zukunft oder Vergangenheit sein kann. Der Körper ist immer im JETZT. Konzentriere ich mich intensiv auf meine Körperwahrnehmung, bin ich also auch unweigerlich in der Gegenwart angekommen und kann mich voll und ganz in diesem Moment wahrnehmen. Das vermittelt Ruhegefühl und guten Kontakt zu mir selbst.

Im Laufe der Meditationspraxis wird gelernt auch andere Bereiche als den Körper bewusst wahrzunehmen. Meditierende werden selbst-bewusster und können diese neuen Selbst-Wahrnehmungen auch im Alltag integrieren.

Stressabbau durch Meditation – Wie Sie mit einer einfachen Atemübung auch im Alltag zu mehr Ruhe kommen.

Lehnen Sie sich zurück und nehmen Sie eine bequeme Position ein. Wenn Sie im Bürosessel sitzen, rollen Sie ein Stück zurück oder verlassen Sie, wenn möglich für einen Moment Ihren Arbeitsplatz. Dann schließen Sie Ihre Augen und richten die Aufmerksamkeit auf Ihre Atmung. Eine Minute lang. Sie können sich auch den Wecker stellen, um die eine Minute nicht abschätzen zu müssen. Genießen Sie in dieser Minute ganz Ihre Atemzüge. Versuchen Sie mit der Aufmerksamkeit bei der Atmung zu sein und sollten Ihre Gedanken abdriften, lenken Sie sie einfach wieder zum Atmen zurück. Vielleicht können sie wahrnehmen, ob Sie flach oder tief atmen, ob sich Teile Ihres Körpers mit der Atmung mitbewegen. Atmen Sie durch den Mund oder die Nase? Kitzelt der Luftstrom vielleicht an der Nase oder den Lippen? Wie riecht die Luft die Sie einatmen? Ist sie warm oder kalt?
Diese Minute kann für Sie wie ein Kurzurlaub im Alltag etabliert werden. Ein Kurzurlaub in dem sich Körper und Geist regenerieren können. Unsere Empfehlung: Nehmen Sie sich jeden Tag eine Minute Zeit fürs bewusste Atmen!

Tipp: ein kleines Post-it am Arbeitsplatz kann eine Erinnerungshilfe an den täglichen Kurzurlaub sein 😉

postitAtmen

Meditation und Wissenschaft

Immer mehr Interesse findet auch die Wissenschaft an Meditation, deren Funktion und die messbaren Auswirkungen auf Körper und Gehirn. Wir freuen uns, Florian Eckl bei seiner Masterarbeit über die Wirkung von Musik in der Meditation unterstützen zu dürfen.

Hier ein interessantes Interview mit Dr. Ulrich Ott, der schon viele Studien über Meditation und Achtsamkeit durchgeführt hat. Zu empfehlen auch sein Buch „Meditation für Skeptiker“.

Interview mit Ulich Ott

Inspiration Rainer Maria Rilke

“Man muss den Dingen die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von Innen kommt, und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann; alles ist ausgetragen – und dann gebären.

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit…

Man muss Geduld haben, gegen das Ungelöste im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Frage lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein.”

Rainer Maria Rilke

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