Der Unterschied zu anderen mentalen Techniken

Der Unterschied zu anderen mentalen Techniken

Meditation ist eine Tradition, die über mehrere tausend Jahre überliefert und in unterschiedlichen Kulturen gepflegt wurde. Sucht man heute im Internet nach Meditation, stellt man fest, dass unter dem Begriff der sogenannten Meditation durchaus vielerlei unterschiedliche Techniken subsummiert werden.

Wir wollen deshalb mit diesem Blogbeitrag etwas Klarheit vermitteln und mögliche Verwirrungen aufklären.

Unter Meditation versteht man grundsätzlich eine Praxis des nicht-Tuns, in der ein Augenblick so wahrgenommen werden kann, wie er tatsächlich stattfindet. Mit zunehmender Übung, können interpretierende oder wertende „Filter“ des Bewusstseins erkannt werden und die Wahrnehmung des so-Seins in den Vordergrund der Aufmerksamkeit rücken. So kann in der Meditation ein Erkenntnisprozess darüber stattfinden, wie sich das Ich, das Leben und die Welt – jenseits urteilender Prozesse – gestalten. Meditation ist demnach also nicht zielgerichtet und will weder an der Umgebung, noch am eigenen Zustand eine Veränderung herbeiführen, sondern vielmehr willenlos jenes wahrnehmen, was ist.

Wie verhält es sich nun mit anderen, verwandten, Techniken? Oft werden Fantasiereisen als Meditation betitelt – worin liegt aber nun genau der Unterschied? In der Fantasiereise gibt es meistens ein Ziel. Man soll sich wohl fühlen, mit Kraft auftanken oder durch die Vorstellung bestimmter Geschehnisse eine schöne Zeit erleben. Demnach geht es in Fantasiereisen nicht um das Wahrnehmen, von dem was ist – im Gegenteil – das mentale Bewusstsein wird geschult, z.B.  an einen anderen Ort zu reisen. Man stellt sich also vor, dass man an einem sonnigen Sandstrand sitzt und dem Kommen und Gehen der Wellen des Meeres zusieht, obwohl man eigentlich im eigenen Wohnzimmer verweilt.

Auch Hypnose oder andere Trance-Techniken, haben ein konkretes Ziel. Meist wird von einem Defizit ausgegangen, das verbessert oder ausgeglichen werden will. So können mit positiven Suggestionen Blockaden gelöst, Ängste vermindert und Leistungen optimiert werden.

Jede Technik hat ihre Berechtigung, Einsatzbereich und Wirkspektrum. Fantasiereisen können erfolgreich Entspannung herbeiführen und therapeutische Hypnose kann Heilung von Krankheiten unterstützen. Mit der Praxis der Meditation erlernt man eine akzeptierende Haltung sich selbst und der Umgebung gegenüber einzunehmen, Sanftmütigkeit und die Hingabe an den Moment wie er ist. Das kann langfristig Zufriedenheit und Gelassenheit fördern und ein neuer Umgang mit stressigen Lebenssituationen kann entwickelt werden. Eine einzelne Meditation „für mehr Gelassenheit“ zu praktizieren wäre aber paradox, da es ein definiertes Ziel impliziert, das die meditierende Person dazu verleiten würde, den momentanen Zustand (nämlich die „nicht-Gelassenheit“) zu bewerten und das Bestreben nach Veränderung anregen würde. Letztlich geht es in der Meditation, im Unterschied zu anderen mentalen Trainings-Methoden, also immer darum, sich im gegenwärtigen Augenblick wahrzunehmen und zu erkennen was ist.

„Wahre Meditation ist die Manipulation unserer Erfahrung beiseite zu lassen.“

Steven Gray

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